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Was ist Judentum?
Forum haGalil - Board B:
KlotzKasches: Verschiedene Fragen und Antworten...
: Was ist Judentum?
   
By Inge on
Montag, den 29. Januar, 2001 - 17:34: Edit |
Hallo! Vor einiger Zeit fragte mich eine
christliche Freundin, ob ich ihr etwas über meine
Religion erzählen könne. Ich bat sie daraufhin, mir
zu sagen, was für sie Religion überhaupt bedeute,
als Begriff. Nach einigem Hin und Her kam sie zu der
Definition: "Alles was nicht weltlich ist." Ich
hatte sie das gefragt, weil es einen gundlegenden
Unterschied zwischen dem Christentum und dem
Judentum gibt, den man sich erst bewusst machen
muss, um das Judentum als Christ besser verstehen zu
können, also kam mir ihre Definition gerade
recht .
Im Judentum werden Welt und Spiritualität, Alltag
und Glaube, Profanes und Heiliges nicht getrennt.
Einen Hinweis darauf gibt schon die Definition des
Begriffs Jude: Jemand, der der Glaubensgemeinschaft
und dem Volk Israel angehört. Das ist so untrennbar
miteinander verbunden, dass es letzten Endes keine
Rolle spielt, ob ein Jude glaubt oder nicht glaubt,
sich an die Gebote hält oder nicht hält: Er ist ein
Jude ohne Wenn und Aber. Ein weiterer
Hinweis sind die Gebote selbst. Sie regeln das
gesamte Leben eines Juden, egal ob es sich um ganz
profane Dinge handelt, wie sich kleiden,
zwischenmenschliche Beziehungen, Respekt vor dem
Nächsten usw. oder ob es um die heiligen Dinge geht,
Gebete, G-ttesdienst usw. Man kann also das
Judentum nicht nur als Religion bezeichnen, aber
auch nicht nur als eine Frage der
Volkszugehörigkeit, der Kultur und Alltagssitten
usw. Und was am Judentum Religion ist, das ist
gleichzeitig praktisches Alltagsleben, genau wie das
praktische Alltagsleben immer gleichzeitig auch
Religion ist. Der eine lebt die Religion im Alltag
stärker, der andere weniger stark und ein wieder
anderer vielleicht gar nicht. Aber, der, der sie gar
nicht lebt, lebt sie in sofern eben negativ, also
spielt sie doch wieder eine Rolle. Wenn
Profanes und Heiliges im Judentum so eng verbunden
sind, dann ist das Händewaschen vor dem Essen neben
der rein hygienischen Handlung vor allem auch eine
Mitzwah. Ich erfülle ein g-ttliches Gebot und somit
wird die Sache schon wieder zu einem weniger
profanen Akt. Wenn ein Jude sich die Kippah
aufsetzt, wenn er sich weiter als zwei Ellen von
seinem Haus entfernt (Insiderzwinkern ;)), dann
ist das neben der möglicherweise Sonnenschutz
gewährenden Kopfbedeckung vor allem ein
willentliches öffentliches Bekenntnis zum Judentum,
auch eine Mitzwah und somit schon wieder weniger
profan. Sicher gibt es Dinge, die eher in
Richtung Profan gehen und andere die mehr von
Heiligkeit haben, aber irgendwie liegt die Erfüllung
jeder Mitzwah auf einer gemeinsamen Skala, die
von profan bis heilig reicht. Aber nichts ist dann
wirklich absolut profan, da das heilige Element
immer mit auf der Skala enthalten ist. Jetzt könnte
man umgekehrt sagen, dann ist auch nichts wirklich
absolut heilig ... Viele Grüße Inge
   
By oli on
Dienstag, den 30. Januar, 2001 - 10:07:
Edit | Hallo Inge, der Ew'ge
schöpft die Welt ständig aufs neue und der Mensch
ist an dieser Schöpfung beteiligt. Unsere Aufgabe in
dieser Welt ist es ja geradezu durch unser tun, die
Welt zu vervollständigen und dadurch der Heiligkeit
näher zu bringen. Der Mensch ist Partner von G'tt.
Bezogen auf das Christentum erscheint mir dieses
auch als einer der wirklichen Unterschiede.
Schalom, Oli
   
By ammon
on Samstag, den 03. Februar, 2001 - 11:08:
Edit | Liebe Inge, seit einem
Montat im "Hagalil-Chat" und ich bin ein
klitzekleines Bißchen schlauer. Als "ammon" bin ich
dort bekannt und als ein Efraemite; und das ist sehr
interessant, die Reaktion meiner jüdischen
Geschwister darauf, daß ich ein Efraemite bin.
Die Frage "Was ist Judentum?" betrifft nicht nur
Juda, sondern das ganze Haus Israel, wollte Juda
weiterhin zum Hause Israel gehören. Leider habe ich
nur zarte Versuche vom Rabbiner Archival feststellen
können, etwas von den restlichen Stämmen zu
erfahren. Sonst kenne ich keinen, der sich wirklich
dafür interessiert, was aus Efraim, Manasse, Rubens,
Gad .... geworden ist und wie es weiter gehen soll?
Und was ist mit unserem Vater? Was hat er zu sagen?
Wo sind die Propheten? Die Israel geführt haben?
Im Zusammenhang gesehen müßte man nicht fragen: "Was
ist das Judentum?" sondern: "Was ist Israel?" Denn
hat Juda vergessen, daß ihr und mein Herr, der Herr
des ganzen Hauses Israel ist? Und haben meine
jüdischen Brüder vergessen, daß der Herr, unser
Gott, einen Bund mit Israel geschlossen hat und
nicht nur mit Juda? Und hat Juda vergessen, daß
unser Herr sich seiner Bündnisse erinnern wird und
daß er Israel wieder vereinen wird? Israel
oder Juda oder Efraim kann man nur begreifen mit
einem untrüglichen Verstand und mit dem Herzen und
mit dem Geist des Herrn und mit ungeheuchelter
Liebe. Wenn ich einen jüdischen, ein
levitischen Bruder oder Schwester treffe, dann
springt mein Herz vor Freude doch leider ist diese
Freude einseitig, sobald ich offenbare, daß ich ein
Efraemite bin, und meine e-mails bleiben
unbeantwortet ;-( Was aber ist, wie wird
sich Juda verhalten, wenn der Tag kommt, da Juda
sehen wird, daß sich die zehn Stämme schon seit fast
zweihundert Jahre, unbemerkt von der Welt, sammelt?
Wird es so sein wie das Verhalten der Brüder Josefs?
Aber natürlich nicht! Denn der junge Josef ist heute
schon sehr groß und stark! So stark, wie der Josef,
der der zweite Mann in Ägypten war und Israel vor
dem Verhungern rettete. Wer dieses Sinnbild versteht
- auf heute bezogen - der weiß, was Israel ist!
Abrahams Kinder sind heute so Zahlreich wie die
Sterne am Himmel oder der Sand am Meer und sie
sammeln sich- heute -! Und Abrahams Kinder sind
nicht nur die Juden! Und was letztendlich Israel
wirkich ist, daß werden wir alle eines Tages sehen,
wenn Juda die Krone wiederbekommt und das Wort des
Herrn von Efraim ausgeht. Denn so wie Juda das Recht
auf die Krone hat, so hat Efraim das
Erstgeburtsrecht. Wer das versteht, versteht Israel!
Und wer aufgrund seiner Einbildung meint, er sei
geistig ein Israeli, nur weil er die Bibel ein wenig
kennt, der täuscht sich gewaltig! Und wenn sich
Millionen Menschen das einbilden, dann sind sie noch
lange keine Israeliten! Zum Schluß möchte
ich schreiben, daß ich sehr dankbar bin, ein
Efraemit und somit ein Israeli zu sein, und durch
mein Wissen und Glauben das verstehe, was Gott der
Herr von mir will. Und so tue ich, was ich tun kann
und so tue ich was man mich tun läßt, um das Wort
des Herrn zu verkünden und Israel groß zu machen; in
meiner mir eigenen Art und Weise und
Selbstveantwortung. Liebe Grüße von "ammon"
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