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By anatner on
Sonntag, den 11. Februar, 2001 - 15:45:
Edit | Ines Rieder/Diana Voigt
Deuticke Verlag
Heimliches Begehren. Die Geschichte der Sidonie C.
Wer ist sie, die Tochter aus großbürgerlichem Haus,
deren Eltern in erster Generation den Aufstieg in
Wiener Industriellenkreise geschafft hatten?
Das streng behütete Mädchen, das sich in eine
stadtbekannte Schönheit und Nobelprostituierte aus
preußischem Hochadel verliebt und aus diesem Grund
einer der berühmten dokumentierten Fälle von
Siegmund Freud wird? Die Frau, die nicht
wahrhaben will, dass sie als Jüdin den Gefahren des
Nationalsozialismus ausgeliefert ist und erst in
letzter Minute nach Kuba emigriert? Fast
hundert Jahre hat Sidonie Csillag durchlebt und die
Auswirkungen von Geschichte, sozialen Umbrüchen, der
Diktatur des Nationalsozialismus, Vernichtung,
Emigration, Rückkehr, dauernder Veränderung und
immer neuen Anfängen kennen gelernt. Sie hat dies in
einer ihr eigenen Mischung aus Angepasstheit und
Anarchie, Naivität und Realismus, Humor und Arroganz
bewältigt. Mit siebzehn verliebt sich die
schöne Sidonie Csillag – geboren im Jahr 1900 als
Tochter einer jüdischen Familie des Wiener
Großbürgertums – in eine stadtbekannte
Nobelprostituierte aus dem preußischen Hochadel. Ihr
Vater schickt Sidi deshalb zu Siegmund Freud, wo sie
einer der berühmten dokumentierten Fälle wird – ein
Sensationsfund für alle Freud-Interessierten. Nach
der Verwicklung in eine Giftmordanklage, deren
Ausläufer in rechte Politikerkreise und in das Lila
Berlin der Anita Berber führen, empfindet Sidi
erstmals große Zuneigung zu einem Mann. Doch diese
Beziehung ist durch den frühen Tod des Geliebten zum
Scheitern verurteilt. Es folgen eine von der
Gesellschaft erzwungene Heirat, die Emigration nach
Kuba während der Zeit des NS-Regimes, die Rückkehr
in ein zerstörtes Wien und weitere Reisen ins
Ausland, wobei die Liebe zu schönen Frauen stets
bestimmend bleibt. Ein erfülltes Leben zwischen
allen Stühlen, zwischen allen Normen und
gekennzeichnet von der Wechselhaftigkeit der
Geschichte geht 1999 zu Ende. Ines Rieder
geb. 1954 in Wien, studierte Politologie und
Ethnologie. Sie ist als übersetzerin, Journalistin,
Koordinatorin und Schriftstellerin auch
international tätig. Zahlreiche Zeitschriften- und
Buchveröffentlichungen, u.a. Frauen sprechen über
Aids (1991) und Wer Mit Wem? – Hundert Jahre
Lesbische Liebe (1994). Diana Voigt, geb.
1960 in Wien, Studium der Germanistik und
Theaterwissenschaften. Langjährige Tätigkeit im
österreichischen Verlagswesen und bei
internationalen Agenturen. 1996 Eröffnung der
Literarischen Agentur Diana Voigt in Wien.
Mitherausgeberin von Von Frau zu Frau (mit Hilde
Jawad-Estrak, 1990) und Mit Würde und Feuer (mit
Karin Rick, 1993).
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