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Harry Mulisch: Das Theater, der Brief und die
Wahrheit
Forum haGalil - Board B:
Literatur: Buchempfehlungen, Kritiken, Kommentare:
Harry Mulisch: Das Theater, der Brief und die
Wahrheit
Shalom, mit seiner jüngsten
Novelle, bringt Harry Mulisch indirekt eine
Diskussion wieder in Bewegung, die in den letzen
Jahren ein wenig eingeschlafen ist. Rainer Werner
Fassbinders Stück: Der Müll, die Stadt und der Tod,
führte 1985 zu einem Skandal in der deutschen
Theaterszene. Auf drängen der jüdischen Gemeinde
Frankfurt wurde Dietrich Hilsdorf Inszenierung nach
einer Presseaufführung wieder abgesetzt und diese
Nachträglich zur Uraufführung erklärt. Angesichts
einer drohenden Inszenierung in Amsterdam fingierte
der nierderländische Schauspieler Jules Croise,
begleitet von selbstverfassten Drohbriefen, seine
eigene Entführung um vor einem latenten
Antisemitismus in den Niederlanden zu warnen.
Mulisch greift die Ereignisse des Jahres 1987 wieder
auf und verfremdet sie in soweit, dass er seinen an
Croiset angelehnten Protagonisten am Grab seiner
Frau ein erneutes Geständniss ablegen lässt. Zwar
sei die Entführung fingiert gewesen, die Drohbriefe
entsprächen jedoch der Realität. Nach der
niederländischen Veröffentlichung dieser Geschichte,
brach eine erneute Kontroverse in den
nierdländischen Medien auf. Der niederländische
KabarettistFreek de Jonge rief zu einer Verbrennung
des Buches auf, da Mulisch den Scharlatan Croiset
rehabilitieren würde. Mulisch betonte daraufhin, er
würde den Fall Croiset nur als Ausgangspunkt nutzen
und enthebe sein Werk gänzlich jedes realen Bezuges.
Auf bald Fraenke
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