haGalil.communication
Archivierter Forumsbereich: Diskussionen 2000 - 2001: Erst denken, dann schreiben!

Zur Forenübersicht

[ZUM FORUM]
Archiv Forum A (-08-2002)
Archiv Forum B (-08-2001)

[ZUM CHAT]

 

Anleitung
Hebräische Formatierung

Netiquette

BNIII

Forum haGalil - Board B: Bnej Noah: Nicht mehr und nicht weniger...: BNIII
   By Karsten on Unrecorded Date: Edit

BN wie ich es sehe. III

Was sagt uns die Geschichte von Noach noch?
Noach baute Wein an, wozu?
Die Weisen des Talmud weisen darauf hin, daß der Ewige ihn gewarnt hat. Schon der Urmensch Adam ist wegen
des Weines aus den Garten Eden vertrieben worden. Manche meinen, es war ein Weinstock, von dem Adam die
Frucht nahm, andere gehen von einem Feigenbaum aus. Gibt es nicht auch Feigenwein?

Wir lesen, daß die Menschen böse waren oder mit heutigen Worten gesprochen, sie waren verkommen und jede
Ethik war ihnen abhanden gekommen.(fast wie heute, oder?)
Wir erfahren weiter, daß Noach ein gerechter Mensch zu seiner Zeit war.
Was heißt, zu seiner Zeit?
Also, nicht verglichen mit unserer Zeit. Der Einäugige unter den Blinden? War er auch nicht ok? Nur die anderen
waren noch viel schlimmer?
So wie der alte Fritz für seine Zeit eine liberale Persönlichkeit war, mit heute verglichen allerdings ein
reaktionärer Despot war?
Was Noach auch anstellte, welches Verhalten auch g-ttlos war, G-tt los wurde er darum nicht.
Wir lesen: Aber(also trotzdem?) fand er die Gnade vor dem Ewigen.

Nachdem Noach mit seiner Arche anlegte, begann er Weinberge zu bebauen.
Nicht Korn oder Früchte, nein Wein.
Hatte Noach also schon vor dem Bau der Arche ein Alkoholproblem?

Noach hatte drei Söhne: Schem, Cham und Jefet.
Wir lesen, daß Noach sich betrank, sicher nicht das erste mal. Würde er sich sonst so betrinken, daß er einen
Blackout bekäme? Noach entblößte sich im Rausche und Cham sah die Blöße seines Vaters und erzählte davon
seinen Brüdern.

Was heißt hier die Blöße seines Vaters?
Rashi weist daraufhin, daß manche sagen, er verstümmelte ihn, er mißbrauchte ihn(Sanh 70a).

Stellen wir uns diesen Menschen vor, er ist alkoholkrank; er will nicht trinken, nur schafft er es nicht das erste
Glas stehen zu lassen und wenn er ein Glas trinkt, kann er nicht mehr aufhören, bevor er volltrunken ist; er ist
Sklave seiner Sucht.

Und jetzt zeigt er Cham seine ganze Blöße. Er sagt vielleicht: ich kann nicht mehr, ich bin am Ende, bitte helfe
mir....
Und Cham? Er macht sich lustig, verhöhnt ihn: "Du Schwächling, mußt Du dich immer besaufen. Kannst Du dich
nicht betrinken wie jeder normale Mensch. Die Leute reden ja schon über Dich....".
Er geht im Dorf herum und verhöhnt diesen Säufer.
Noach zeigte also die ganze seelische Blöße, dort wo er am verletzlichsten war. Cham hatte nur Sinn für die
Oberflächlichkeit und verletzte seinen Vater zutiefst.

Seine Brüder Schem und Jefet, nicht aber Cham, nahmen das Gewand und legten es beide auf ihre Schulter und
bedeckten die Blöße ihres Vaters.
Da haben also zwei Männer, als sie von der Notlage hörten, einfach zugepackt, haben etwas auf ihre Schultern
geladen, sie taten etwas, weil sie einfach die Notwendigkeit zu handeln erkannten, es war die Zeit der Tat und
nicht die Zeit des Redens.

Cham wurde der Stammvater aller Oberfächlichkeiten, viele nennen es auch Hellenismus. Schem würde der
Stammvater der Menschen, denen innere Schönheit wichtiger ist als die äußere, ich glaube, das sind die
orthodoxen Juden und die Jefet Nachkommen wohnen im Hause des Schem. Das sind, so glaube ich, die aktiven
B´nai Noach.

   By Helmut on Unrecorded Date: Edit

Sind die noachitischen Gebete nicht erst nach der Sintflut von Bedeutung.Hat dann nicht auch das siebte schon von Anfang an seinen Sinn, weil nach der Sintflut der Fleischgenuß erlaubt war?

   By karsten on Unrecorded Date: Edit

Ich verstehe die Fragen nicht richtig.
Kannst Du das noch mal präzisieren?
Gruß
Karsten

   By Helmut on Unrecorded Date: Edit

Lieber Karsten,
Du hast die noachitischen Gebote schon als an Adam und Eva im Garten Eden gegeben beschrieben. Deshalb musst Du das das siebte Gbeot wie folgt relativieren:
"Sie waren auch zur Einhaltung der siebenten Vorschrift verpflichtet, kein Fleisch von einem noch lebenden Tier zu entnehmen. Da es Ihnen aber zu dieser Zeit nicht erlaubt war, Fleisch in jeder Form zu essen, hatte diese Vorschrift keine Relevanz."
Ist es aber nicht so, dass die noachitischen Gebote Noah und allen Menschen nach ihm nach der Sintflut gegeben wurden und deshalb das siebte Gebot auch sofort relevant war. So habe ich es bisher gesehen. Ist das anders?
Mit freundlichen Grüßen Helmut

   By karsten on Unrecorded Date: Edit

Lieber Helmut,
danke für die Antwort.
Ich hatte da schon mal eine Diskussion.
Ein Teilnehmer schrieb: G-tt schaute die Thora und erschuf die Welt. Also, zumindest für mich, existieren alle ethischen und physischen Gesetze seit immer, schon bevor die physische Welt erschaffen wurde. Und sie werden auch noch existieren nach dem unsere Welt nicht mehr als solche existent ist. Darum wurden sie an die Menschen übergeben als sie begannen zu existieren. Die Sintflut ist gerade ausgelöst worden, weil die Menschen diese Gesetze nicht erfüllt haben.
Liebe Grüße
Karsten

   By Roger on Freitag, den 16. Februar, 2001 - 10:10: Edit

Schalom
Ich habe da eine Frage:
Was hat der Weinstock im jüdischen für eine Bedeutung, Symbolik?
Ich bin dankbar für eine Antwort
liebe Grüsse
Roger

Administrator's Control Panel -- Board Moderators Only
Archivierte Beitraege / Keine Kommentierung mehr moeglich

Foren entsprechen den Leserbriefseiten traditioneller Medien, bieten aber die zusätzlichen Möglichkeiten der sogenannten "neuen Medien". Insbesondere die Interaktivität bietet Vor- und Nachteile und liefert interessante Erkenntnisse. Die in interaktiven Medien wiedergegebenen Meinungen sind ein Ausdruck des in einer Gesellschaft Gedachten. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen möglichst wenig in die Diskussionsentwicklung einzugreifen und sehen uns nicht als Kosmetikbehörde; es ist nicht unsere Aufgabe, das Spiegelbild dieser Gesellschaft zu beschönigen.
Die in den Forumsbeiträgen und Linkempfehlungen zum Ausdruck gebrachten Meinungen spiegeln nicht die Ansichten der Redaktion bzw. der Herausgeber wieder. Wir behalten uns das Recht vor einzelne Beiträge (nach eigenem Ermessen und subjektivem Empfinden) zu löschen, zu dokumentieren bzw. zur Anzeige zu bringen.