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Forum haGalil - Board B: Bnej Noah: Nicht mehr und nicht weniger...: BNI
   By karsten on Unrecorded Date: Edit

Geschrieben von karsten am 05. Februar 1999 at 10:52:05:

Bnai Noach. Wie ich es sehe.

Habe hier ein gutes Buch gefunden

Torah Ethics for Non Jews
The seven Colors of the rainbow
By Rabbi Yirmeyahu Bindman
ISBN 0-89390-332-9

Beim Durcharbeiten, bin ich auf einige interessante Aspekte und Fragen gestoßen, die ich mit Euch teilen will.

Anders als bei vielen anderen Religionen, sind Juden nicht erpicht darauf neue Mitglieder zu akquirieren. Im
Gegenteil, es wird, wie es so schön heißt, ein hoher Zaun um die Thora aufgestellt.
Konvertieren wird, und speziell in Deutschland, zum schier unüberwindbaren Hindernis, zur Mauer, die
undurchdringbar erscheint. Auf der anderen Seite besteht aber ein vollständiges Verständnis dafür, welche
ethischen und spirituellen Bedürfnisse Nicht-Juden haben. Die Thora und der Talmud bieten hierfür den
kompletten Rahmen diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen.
Ist Nicht-Jude zu sein also, im Verhältnis zu G-d, nicht das Gegenteil von Jude sein?
David hat als headline zum Forum Bnai Noach geschrieben: "nicht mehr und nicht weniger". Das ist, glaube ich,
die Antwort.

An dieser Stelle frage ich mich, was treibt mich jede Woche aufs neue die Thora, den Talmud und die begleitende
Literatur wie RASHI zu lesen, studieren?
Es ist jedenfalls nicht so ein Schmus wie, weil es G-ttes Wort ist oder ähnliches.
Die einzige Motivation ist, ich will etwas lernen für mich und meinen Umgang mit den Menschen und der Natur,
eben einfach, wie ich mein Leben besser meistern kann.
Tiefe spirituelle Erfahrungen gibt es als Zugabe und alles ohne Aufpreis.
Voraussetzung hierfür ist, daß ich akzeptiere, daß es eine Macht gibt, die größer ist als ich. Ich nenne es einfach
G-tt. So wie ich ihn für mich verstehe.
Letztendlich, egal wie ich es betrachte, bleibt nur das Unbeschreibliche, Anfang und Ende von allem vereint,
HaShem.

Wer das nicht glauben kann, sollte sich es ersparen, ab hier weiterzulesen, weil für ihn das folgende eh nur
Humbug ist.

Wie alles begann

G-tt formte einen Mann und eine Frau(ich lasse hier Lilith mal außen vor, weil Frauen da eh viel qualifizierter
drüber schreiben können) mit dem Ziel, daß diese(heiraten? und) Kinder zeugten, gebären und aufziehen. Sie
wurden als junge Erwachsene geschaffen, nicht in der physischen sondern in der spirituellen Welt, besser bekannt
als den Garten Eden. Dort waren sie nahe an Weisheit und Wahrheit. Der Ewige gab ihnen dort sechs moralische
Grundsätze die sie befolgen sollten.

1. Einrichtung eines sozialen Rechtssystems
2. Den Namen G-ttes nicht zu schänden(keine Blasphemie)
3. Nichts anderes als G-tt selbst anzubeten(keine Götzenanbetung)
4. Nicht zu stehlen
5. Nicht zu morden
6. Keine unerlaubten sexuellen Beziehungen oder Praktiken einzugehen.(Inzest, bestialische Praktiken, Sex mit
Tieren .........)

Sie waren auch zur Einhaltung der siebenten Vorschrift verpflichtet, kein Fleisch von einem noch lebenden Tier zu
entnehmen. Da es Ihnen aber zu dieser Zeit nicht erlaubt war, Fleisch in jeder Form zu essen, hatte diese
Vorschrift keine Relevanz.

Wenn wir uns erinnern, daß es verboten war zu stehlen und voraussetzen, daß der Baum mit den vorbotenen
Früchten außerhalb ihres Besitzes war, handelt es sich um den ersten nachgewiesenen Verstoß gegen ein Gesetz
der Thora.(Gen 2, 16-17)
Wie es aussieht war das nur der berühmte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, die volle Erreichung des
physischen Daseins.
Mit jedem Regelverstoß wandelten sie sich von dem spirituellen Dasein zum physischen Dasein. So ist das auch
heute noch. Mit jedem Verstoß gegen die Ethischen Regeln entferne ich mich von der spirituellen Welt und mit
jedem bewußtem
Einhalten einer Regel habe ich die Möglichkeit tiefer in die spirituelle Welt einzutauchen.

- wird fortgesetzt -

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