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Wer ist reich?
Forum haGalil - Board B:
Bnej Noah: Nicht mehr und nicht weniger...: Wer
ist reich?
Ben Zoma sagte: wer ist weise?
Der von jedem Menschen lernt. Wer ist
ein Held? Der seine Triebe überwindet. Wer
ist reich? Der mit seinem Teil zufrieden ist.
Wer ist geehrt? Der die Menschen ehrt.
Talmud, Aboth (Sprüche der Väter) Also,
mit alledem habe ich immer noch so meine
Probleme. Von anderen lernen lasse ich mir
ja noch gefallen, aber mit dem zufrieden sein
was ich habe. Ich mußte doch immer alles haben.
Ich wußte zwar nicht was ich wollte, aber davon
wollte ich ganz viel und zwar jetzt und
natürlich mehr als alle anderen. Mein halbes
Leben habe ich damit verbracht, Dingen
nachzulaufen, von denen ich heute weiß, dass ich
sie nicht brauche. Ein Held bin ich sicher
auch nicht. den einzigen Trieb, den ich zum
Stillstand gebracht habe(heute jedenfalls) ist
das Trinken und das Spielen. An allem anderen
arbeite ich noch. Ist ein weites Feld und wie
eine Dose voll Würmer. Wenn man reinfaßt findet
man immer einen neuen Wurm. Ehre ich die
Menschen? Sicher nicht so wie es dort gemeint
ist. Es gibt für mich also noch viel zu tun.
Hallo Karsten, es ist
keine Mitzwa, perfekt zu sein, das wird nirgendwo in
der Torah gefordert. Aber es ist eine Mitzwa, sich
darum zu bemühen. Liebe Grüße und git
Woch! Inge
Liebe Inge, mein größtes
Problem zur Zeit ist: je mehr ich studiere, je mehr
ich lerne, je mehr leide ich unter meiner
Unwissenheit. Eigentlich müßte ich meine
Nebenbeschäftigung hier in der Firma aufgeben und
nur noch studieren. Aber was soll ich Dir sagen, das
steht geschrieben: ein Thorastudium ohne eine
weltliche Erwerbstätigkeit führt zur Sünde. Und dann
habe ich noch gefunden: ohne Mehl keine Thora und
ohne Thora kein Mehl. Was folgt für mich daraus?
Weiter bemühen und kleine Schritte machen.
Schade nur, dass man Erfahrungen und das gelernte
nicht genetisch vererben kann. Aber wiederum
währe das ja auch langweilig. Liebe Grüße
Karsten
Lieber Karsten, dein
letzter Satz bringt es doch haargenau auf den Punkt
:). Wo wäre das Verdienst und wo das gute Gefühl,
einen kleinen Schritt geschafft zu haben, wenn schon
alles ohne Mühe vorhanden wäre? Torah und
Mehl, Mehl und Torah, das Prinzip zieht sich durch
unser ganzes Leben und das hat seinen Sinn. Wenn du
dir die Gesetzestafeln ansiehst, da ist nicht nur
das Verhältnis von dir zu G-tt geregelt, sondern
auch das zu den Menschen. Unser Leben besteht aus
den Teilen "Welt" und "G-tt", "Profanes" und
"Heiliges", "Arbeit" und "Ruhe", "Mehl" und "Torah",
Kiddusch und Hawdala .... Jedes "Ding" braucht
seinen Gegenpart, um überhaupt für uns existent und
erkennbar zu sein. Jedes braucht seinen
komplementären Partner. Was sollte ein Lehrer sein,
wenn er keine Schüler hätte, was sollte in Ruhetag
sein, wenn ich nicht wüsste, was Arbeit ist, was
sollten mir der Mensch und die Welt bedeuten, wenn
da nicht G-tt wäre. Der Mensch kann nur aus dieser
"Spannung" zwischen den Komplemantären überhaupt
existieren, finde ich. Das heißt für mich,
dass mir das Ziel verloren ginge, sobald ich keinen
Startpunkt mehr hätte. Man verliert aber seinen
Startpunkt, wenn man sich einbildest, am Ziel - also
perfekt - zu sein. Werd also bitte nie perfekt.
Liebe Grüße! Inge
>Werd also bitte nie perfekt.
Liebe Inge, es gibt nicht viele Dinge, die ich
versprechen kann. Es heißt auch: verspreche wenig
und tue viel. Aber perfekt werde ich nie. Das
ist kein Versprechen. Das ist ein Tatsache,
unausweichlich und ewig. Liebe Grüße Karsten
"Ich bin glücklich arm zu sein.
Arm bin ich schon, jetzt muß ich nur noch lernen
glücklich zu sein :-)" wj-1998 Meine Eltern
waren arm, mit vielen Talenten ausgerüstet, machte
ich mich auf den Weg reich zu werden um dann Gutes
tun zu können. Jetzt bin auch ich arm, und
habe gesehen wie die Menschen mit ihrem Reichtum
ihre Seele verkauften und ihren Gott, der ihnen
Reichtum gewährte, vergaßen. Und diejenigen die
Reich sind, und in allem die Hand Gottes erkannten
und erkennen, sind reich um die Armen und Witwen zu
trösten, die Nackten zu kleiden und die Gefangenen
zu befreien. Und in meiner Armut ließ mich
mein Gott, der Gott Israels, erkennen, daß meine
Armut, mein Schutz und mein mir von Gott gewährter
Reichtum ist. Ein Reichtum und Frieden, den ich mit
Dir teilen will. Ein Reichtum in den
Grenzen, die mir von Gott gesteckt wurden, und die
ich endlich anerkannt habe. Hier tue ich mein Bestes
und gebe mein Bestes, alles was ich kann und was man
mich tun läßt, und ich habe Freude am und im Leben
und an meinen Früchten. Liebe Grüße von
"ammon"
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