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mVater

Forum haGalil - Board B: Bnej Noah: Nicht mehr und nicht weniger...: mVater
   By Karsten on Unrecorded Date: Edit

mVater

das bedeutet, so wie ich verstanden habe, soviel wie: nachgeben.

Die Geschichte, die ich gelesen habe: zwei Jungen bestellen sich Kuchen. Das eine Stück ist kleiner als das andere. Der jüngere sagt, er möchte das größere Stück.
Ein Rabbi verfolgt die Situation und fragt, warum er das größere Stück haben wollte. Der jüngere sagte, er wollte seinem Bruder die Chance für mVater geben.
Der Rabbi meint, dass dieser Junge die wahre Bedeutung von mVater verstanden hat.

Soviel ich rausbekommen habe kommt mVater von Votron, was wohl soviel wie unwichtig bedeutet.

Gibt es ein Konzept mVater?
Dazu konnte mir bis jetzt noch niemand was konkretes sagen.

Für mich stellt sich das so dar:
1. ich mVater, weil es mir egal ist. der Aufwand lohnt sich nicht, darum zu streiten.
2. Ich mVater um jemanden eine Freude zu machen
3. Ich gebe jemanden die Chance für mVater um ihm das schöne Gefühl zu gönnen, mir eine Freude gemacht zu haben.


Da ist alles drin. Egoismus, wenn ich es benutze um mich selbst zu belügen und mir Vorteile zu verschaffen. Aber auch Achtung vor meinem Nächsten und Wohltätigkeit.
Hat jemand Erfahrung mit diesem Konzept?
Was habe ich vergessen und was falsch verstanden?
Git es irgend eine Quelle, wo ich nachlesen kann?

Karsten

   By karsten /von inge on Unrecorded Date: Edit

Es hat lange gedauert, weil ich dieses Mail einfach inzwischen vergessen
hatte. Also, ich habe mich mal kundig gemacht.

me-vater heißt "ich verzichte" und es bezieht sich auf eine Mitzwa, die
man
nicht erfüllt, damit sie ein anderer erfüllen kann. Wenn also der jüngere
Bruder das größere Kuchenstück verlangt, gibt er dem älteren Bruder die
Gelegenheit, die Mitzwa zu erfüllen, sich mit dem "bescheideneren Stück" zu
begnügen.

Dies ist aber nicht ganz unproblematisch, weil eine Mitzwa erst dann eine
Mitzwa ist, wenn man auch weiß, dass man sie ausübt. Weiß also der ältere
Bruder, dass der jüngere ihm die Mitzwa "überlässt" so müssen sie sich ja
irgendwie vorher darüber verständigt haben. Aber ist es noch eine Mitzwa,
wenn er sie quasi vorher "ausgehandelt" hat? Welchen Zweck sollte sie dann
noch haben? Kann man mit Mitzwot Handel treiben? Problematisch.

Was ist, wenn der kleine Bruder das größere Stück Kuchen nur deshalb nimmt,
weil er einfach mehr Hunger hat? Ist es dann noch eine Mitzwa, das kleine
Stück zu nehmen? Wahrscheinlich hätte der große Bruder eh nicht das große
Stück bekommen, weil der kleine ein Mordsgeschrei angestimmt hätte um den
Kuchen.

Was ist, wenn der große Bruder sowieso keinen rechten Appetit auf Kuchen
hatte und auf jeden Fall das kleine Stück Kuchen genommen hätte? Mitzwa?

Was ist, wenn der große Bruder dem kleine Bruder die Mitzwa vorher
abgehandelt oder gar abgepresst hätte? Sicher keine Mitzwa.

Tja, Karsten, ob dir das jetzt weitergeholfen hat? Zumal ohne jegliche
Quellenangabe ... Aber eine interessante Fragestellung ist das schon.
Vielleicht weiß noch jemand anderes mehr darüber.

Viele Grüße!
Inge

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