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Gesetze
Forum haGalil - Board B:
Bnej Noah: Nicht mehr und nicht weniger...:
Gesetze
Gesetze Betrachte ich die
Struktur der Gesetze, - für die Juden gibt es 613,
für die NichtJuden 7 - , so frage ich mich, ob ich
die Minderquantiät der 7 noaischen Gesetze durch
Qualität ersetzen kann. Von den 613
Gesetzen, die für die Juden Gültigkeit haben, sind
365 Verbote und 248 Gebote. Also 70% Verbote und 30%
Gebote. Bei den 7 noaischen Gesetzen sind 6
Verbote und ein Gebot. Hier sind es 84% Verbote und
16% Gebote. Auf den ersten Blick ein
ungleiches Verhältnis. Dringe ich aber tiefer in die
noaischen Gesetze ein, so sehe ich, dass es ein fast
ausgeglichenes Verhältnis ist. Fast alle der 613
jüdischen Gesetze der Thora, oder zumindest die
ethischen Gesetze, finden wir in den 7 noaischen
Gesetzen wieder. In einem Gespräch mit
Chaim Eisenberg, dem Oberrabbiner von Wien, hat er
mich auf den Gedanken gehoben, doch mal über das
Gesetz: ein soziales Rechtssystem zu implementieren,
er nannte es: das Schaffen sozialer Gerechtigkeit,
zu schreiben. Als Leitmotiv hat er das jüdische
gebot: - liebe Deinen nächsten, wie dich selbst- ,
vorgeschlagen. Nach einigem Nachdenken
möchte ich das etwas abändern, weil es besser zu mir
paßt und ich das alles nur für mich schreibe, in:
Liebe Deinen Nächten. Wie dich selbst?
"liebe Deinen nächsten" wenn nur das dort stehen
würde währe es ein grauenvoller Gedanke. Ich sollte
6 Milliarden Menschen lieben? Furchtbar. Und die
würden auch noch mich alle lieben. Unerträglicher
Gedanke. So grausam ist der Ewige nicht.
Liebe, die über die Primärfamilie hinaus geht halte
ich für asozial, heuchlerisch und behandlungswürdig
krankhaft. Ich liebe meine Frau, pflege
einen liebevollen Umgang mit meiner Familie, nur
danach kommt erst mal eine Weile nichts.
Ich habe Freunde, die ich gerne mag. Lieben tue ich
sie deswegen aber nicht. Und alle anderen? Da gibt
es welche, die meistern ihr Leben und vor denen habe
ich Respekt. Dann gibt es welche, die halte ich für
bescheuert. Und der ganze Rest, die anonyme Masse?
Kennt irgend jemand eine(n), der(die) alle liebt?
Elie Wiesel schreibt, dass Freundschaft einen
höheren spirituellen Wert hat als die Liebe. Er
begründet es damit, dass aus Liebe Menschen getötet
werden und aus Freundschaft? Meine
Lebenserfahrung sagt mir, dass Liebe, die nicht auf
einer tiefen vertrauensvollen Freundschaft beruht,
nach ein paar Wochen körperlichen Gewackel, so
schnell vergeht, wie sie gekommen ist. Die
Liebe ist viel zu wertvoll um so inflationär
eingesetzt zu werden. Glücklicherweise ist die
jüdische Sicht hierzu eine andere. Aber dazu später.
Sehen wir uns jetzt den zweiten Teil an. "Wie
Dich selbst" hier zeigt sich das ganze
Gelämmer unseres Seins. Ich rauche am
Tag 40 Zigaretten, trinke eimerweise Kaffe, spiele
ab und zu exzessiv und zeige auch sonst alle
Attribute eines Suchtkranken auf. Das soll ich also
meinem Nächsten antun? Nicht mit mir, so grausam bin
ich nicht. Anderes Beispiel: ich kenne einen,
der sieht überall Asylbewerber, die ihm seinen 15
Jahre alten Daimler wegnehmen wollen. Seine Frau
geht von einer beauty Farm zur anderen, nur weil sie
sich nicht so annehmen kann wie sie ist. Und das
soll ich mir antun lassen? Nein, danke. Das
Problem liegt immer nur in uns selbst. Gehen wir mit
uns gut um, so können wir auch mit anderen gut
umgehen. Ist in uns Neid oder Groll gegenüber
anderen Menschen, so sind wir nicht in der Lage
unser Herz zu öffnen. 2000 Jahre
unerfüllbares Liebesdogma hat die Menschheit nicht
weiter gebracht. Es wird Zeit eine andere
Definition zu schaffen. Rabbi Hillel
brachte es auf den Punkt: tue niemanden an, was Du
nicht willst, dass man es Dir antut. Ich
erwarte von Niemanden mehr, als das was ich in der
gleichen Situation für einen anderen tun würde.
Mit Liebe hat das aber nichts zu tun. -
wird fortgesetzt - Karsten
Hi Karsten, jaja, wie
recht Du doch hast! Und in einigen Punkten kenne ich
mich wieder. So habe ich sehr viel über die Liebe
nachgedacht: Es gibt sie - die Liebe -
unter Rassisten, unter Mütter die ihre Kinder töten,
in der Begierde, in den Hormonen usw.
Strecke ich aber meine Arme in Richtung Himmel, mit
meinem bißchen Menschsein, dann träufelt mir Gott,
der Herr, SEINE LIEBE entgegen, die sich offenbart
in seinen Gesetzen, Geboten, Verordnungen,
Weisheiten usw. Seine Zuneigung zu mir läßt mich
erkennen was Liebe ist und was nicht. Sie ist keine
Sympatie, keine Anthipatie, sie ist nicht
rassistisch, nicht deutsch! Sie macht nicht
blind! Sie öffnet mir die Augen und wir sehen Freund
und Feind und unsere Begrenztheit! So bin
ich bemüht die Liebe eines allmächtigen Gottes zu
empfangen, in meinem Menschsein und sie so
weiterzugeben wie ich kann und wie man mich läßt.
Und so bin ich bemüht meinen Nächsten, als Mensch zu
lieben mit einer Liebe die ich bereit war, selbst zu
erlernen. Das aber ist meine Herausforderung und
mein Ringen. Und nur das Bemühen im Halten der
Gebote und das Bemühen um ein rechtschaffenes Leben
hilft mir Liebe zu empfangen und mit anderen teilen
zu wollen. Ja, so könnte ich weiter
schreiben und vielleicht den Faden verlieren,
deshalb mache ich hier Schluß und hoffe, ein wenig
Liebe mit Dir geteilt zu haben, eine Liebe der
Erkenntnis und nicht des Händehaltens.
Liebe Grüße von "ammon"
"Ammon" : >Strecke ich
aber meine Arme in Richtung Himmel, mit meinem
bißchen Menschsein, >dann träufelt mir Gott, der
Herr, SEINE LIEBE entgegen, bitte mache in
diesen Forum kein Bild, schreibe den Namen des
Ewigen nicht aus. Das hat was mit Respekt zu
tun. Wenn ich die Arme bei diesem Wetter
zum Himmel strecke, bekomme ich nur kalte Hände. Ich
hoffe darauf, dass der Ewige mir dann die Einsicht
schenkt Handschuhe anzuziehen. Warum schreibe
ich das? Um aufzuzeigen, was den Unterschied in
unserern Religionen darstellt. Bnai Noach ist etwas
für das diesseitige Leben. Es geht darum, wie ich
hier auf der Erde und in diesem Leben mein Leben
besser meistern kann, ohne andere dabei in ihrer
Form der Lebensformwahl zu sehr zu beeinträchtigen.
Ich glaube nicht an allumfassende Liebe. Ich glaube
an gegenseitige Achtung. Keiner ist besser als der
Andere. Mit ist es auch Schnuppe, wer mit wem
schläft. Es ist für mein spirituelles Leben
völlig unwichtig wie andere sich verhalten. Ich
habe mit mir voll und ganz genug zu tun. Allerdings
erlaube ich auch niemanden mir zu sagen, wie ich zu
leben habe. Karsten
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