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Esti
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Saturday, December 29, 2001 - 06:38 pm: |
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Hallo, ich möchte gerne zum Judentum übertreten. Ich weiß aber nicht an wen ich mich wenden soll. Das ist mein erstes Problem. Mein zwweites Problem sind meine Eltern. Sie akzeptieren zwar, daß mein Freund Jude ist, aber sie werden wahrscheinlich nich damit klar kommen, daß ich konvertiere. Hat vielleicht jemand von euch solch eine Situation schon erlebt? Grüße Esti |
   
Claudie
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Sunday, December 30, 2001 - 05:06 pm: |
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Bist du dir da wirklich sicher? Die Konversion zum Judentum ist nämlich keine einfache Sache, sie ist mit intensivem Lernen und Einhalten von Geboten verbunden und dauert gewöhnlich mehrere Jahre. Ich möchte jetzt nicht desillusionierend sein, aber die Liebe zu einem Juden sollte nicht der ausschlagende Grund für den Gijur sein, vielmehr eine Liebe zum Judentum. Die Liebe kann vergehen, Jüdin bleibst du dein Leben lang und du musst für das jüdische Volk in guten wie auch in schlechten Tagen stehen, mit ihnen leiden. Eine Konversion ist nämlich wie eine Ehe - ein Bund für das Leben. Du solltest dir bewusst sein, was alles auf dich zukommt. Du musst dein gesamtes Leben umstellen, die Kashruth(speisegesetze) halten, am Schabbat nicht arbeiten und regelmäßig die Synagoge besuchen. Du musst auf vieles verzichten, nicht nur Schweinefleisch, auch wirst du dich enthalten müssen mit deinen Eltern Weihnachten und ähnliches zu feiern. Daskönnte Probleme mit sich bringen. Es mag passieren, dass sich Freunde von dir lösen werden, Verwandte dich auf eine andere Art und Weise behandeln. Das mag nicht unbedingt an Antisemitismus liegen, vielmehr mit dem Unverständnis dafür dass du konvertieren möchtest. Aber wenn du dir den Mizwot bewusst bist, die auf dich zu kommen und wenn du wirklich von herzen übertreten willst, die Konsequenzen hinnimmst, so rate ich dir die nächste jüdische Gemeinde zu kontaktieren und mit dem zuständigen Rabbiner zu sprechen. Dieser wird dich auf deinem Weg begleiten, wenn er dich annimmt. Aber Konversion in D'land ist ein Problem, da es zu wenig Rabbiner gibt, ungefähr ein drittel der Gemeinden hat einen eigenen. Rabbiner sind schließlich auch nur Menschen die auch nur bis zu einem gewissen Grade belastbar sind - du solltest dich nicht wundern, wenn du erst einmal abgelehnt wirst. Du solltest vielleicht es auch nicht scheuen, über die Grenzen hinauszuschauen. Denn nirgendwo auf dieser Welt ist der Gijur so belastet wie in D'land (aufgrund der Geschichte) Meine Gemeinde ist eine recht kleine. Seit ich wieder in Deutschlad wohne (so 3 Monate) habe ich in unserer Gemeinde bereits 3 Leute kennengelernt, die übertreten möchten. Die Nachfrage ist groß, nur wenige erhalten die Unterstützung für den Gijur, da es eben an Rabbinern mangelt. Bei www.talmud.de gibt es ein Forum das dem Gijur, dem Übertritt zum Judentum gewidmet ist. Da solltest du mal vorbeischauen, vielleicht wirst du dort auch Menschen finder die in deiner nähsten Gemeinde übergetreten sind oder übertreten und dir bei deinem Wunsch eine Hilfe sein können. Viel Glück bei deinem Weg |
   
Esti
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Sunday, December 30, 2001 - 09:04 pm: |
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Hallo Claudie, danke erstmal für deine ausführliche Antwort. Dazu möchte ich jetzt ein paar Sachen sagen. Daß es keine einfache Sache ist, das weiß ich. Daß es in Deutschland noch um so schwerer ist, soll mich nicht stören, weil ich es ja in Frankreich machen will, weil ich Französin bin (erst seit einem Jahr hier in Deutschland). Wie du so schön sagst, bzw schreibst: es ist ein Bund fürs Leben. Und darüber bin ich mir auch im klaren. Ich habe schon viel darüber gelesen, und bin immer mehr überzeugt, daß es das richtige ist. Kashrut halte ich noch nicht ein, aber den regelmäßigen Besuch der Synagoge, sowie, so gut wie möglich, das nicht arbeiten am Schabbat. Es ist vom Job her schwer einzuhalten, aber ab April werde ich wieder studieren, und so wird es auch einfacher für mich werden, den Schabbat einzuhalten. Was die christlichen Feiertage betrifft, bin ich der Meinung, daß ich trotzdem mit meinen Eltern feiern kann, wenn ich es nur als ein Familientreffen sehe, Ansicht die ich sowieso seit Jahren schon habe. Für mich bedeutet Weihnachten nichts anderes als ein Treffen. Ich gehe hin weil es meine Eltern freut, aber ich glaube, daß sogar sie selbst nichts anderes darin sehen. Was das Unverständnis anderer Leute angeht, dessen bin ich mir bewußt... Ich habe einen Termin ausgemacht beim Rabbiner von Straßburg. Denkst du, ich muß da was besonderes beachten? Und danke für den Tipp www.talmud.de, ich werde gleich mal reinschauen. Viele Grüße, Schalom Esti |
   
Claudie
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Monday, December 31, 2001 - 12:42 pm: |
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Nun ja, Du solltest dich angemessen kleiden, ihm nicht die Hand schütteln, wenn er dir die Hand nicht von allein nicht gibt (religiöse Gründe) Nicht über das Christentum abfällig reden, nicht mit Wissen prahlen (kann einen schlechten Eindruck machen)... Mehr würde mir da auch nicht einfallen. Ob es in F "einfacher" ist, würde ich nicht so sagen. Vielleicht nicht so vobelastet wie hier. Du sagtst, du wohnst in Karlsruhe, also ist auch der Rabbiner von Karlsruhe für dich zuständig, nicht der von Straßburg obwohl es nicht sehr weit entfernt ist. Das du Französin bist, ist doch egal, schließlich ist dein Deutsch recht gut(Übrigens: Ich bin Britin). also was würde gegen den Gijur in Karlsruhe sprechen? |
   
Esti
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Thursday, January 03, 2002 - 01:17 pm: |
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Hallo Claudie. Wäre ja in Karlsruhe zum Rabbiner gegangen, aber wir haben keinen mehr... Danke für die Infos, also alles ganz normal halt, ich bin sowieso nicht der Typ der mit Wissen prahlt. Und übers Christentum rede ich bestimmt auch nicht. In so fern dürfte alles gut verlaufen,, hoffe ich zumindest. Na, dein Deutsch ist aber auch recht gut... So, das war's. Ich werde es einfach auf mich zukommen lassen. Hab eh keine andere Wahl. Schalom, Esti |
   
Ingolf
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Thursday, April 18, 2002 - 06:05 pm: |
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Schalom liebe Leserinnen und Leser, vielleicht liest ja jemand meine Frage. Der Übertritt ist ein langer Prozeß. Aber wer in eine neue Welt eintreten möchte, um dort zu bleiben, für den müßte es eigentlich egal sein, wie lange es dauert. Mich beschäftigt aber die Frage, gibt es ein festes Procedere, wleches beim Gijur einzuhalten ist. Ist mir das neue Leben auf immer verwehrt, nur weil ich aus med. Gründen die Beschneidung jetzt durchführen lassen muß. Steht sie am Anfang oder am Ende des Gijur? Weiß jemand Literatur zum Thema. Ich bin für jeden Hinweis dankbar. Toda. Erev tov. Ingolf |
   
Braun
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Friday, April 19, 2002 - 05:03 pm: |
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Hallo mein lieber, am besten wendest Du dich an die Gemeine in Deiner Nähe, dort werden all Deine Fragen mit Sicherheit kompetent beantwortet werden. Einen schönen Artikel zum Gijur findest Du auch bei Talmud de. Unter www.talmud.de/gijur.htm Schabbat Shalom KlausB |
   
Antwort_f_Ingolf
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Saturday, April 20, 2002 - 02:43 pm: |
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Antwort für Ingolf In diesem Thread findest Du Literaturvorschläge, die sich direkt mit dem Thema befassen. Und zwar hier und im Thread fortfolgende oder obige Hinweise. Antwort |
   
Sophie
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Sunday, April 21, 2002 - 05:06 pm: |
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Hallo Ingolf, Falls dich das mit der Beschneidung noch interessiert, es macht nichts wenn du dann schon beschnitten bist. Es muss nur noch ein Tropfen Blut vergossen werden, und normalerweise findet das ein paar Tage vor der offiziellen Aufnahme statt. |
   
Goleshet
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Wednesday, April 24, 2002 - 08:47 pm: |
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@esti ich habe auch einen jüdischen freund, auch wenn mein interesse am judentum ein paar jährchen älter ist als meine beziehung. was ich sagen will: ER ist eher die folge als die ursache meiner konversion ;-) eines verstehe ich nicht so ganz: du sagst du hast einen freund, der jude ist, eigentlich müßte doch ER der naheliegendste ansprechpartner sein, um mit ihm in die gemeinde zu gehen, also um synagoge, rabbiner, gemeindeleben und alles andere kennenzulernen. so ein freund ist ja das beste, was einem passieren kann. also warum macht ihr das nicht gemeinsam? das problem mit den eltern kenne ich auch sehr gut. am besten fährst du, wenn du es ihnen nicht sofort auf die nase bindest, ebenso bei freunden. im laufe der zeit passiert der übertritt sowieso, wenn du es willst (sowas geschieht sowieso nicht von einem tag auf den anderen), du wirst dich auch verändern, dein denken und fühlen. deine familie wird damit leben müssen, wenn es DEIN weg ist und sie sich lieben! aber laß dir zeit und falle nicht mit der tür ins haus ... "mama ich werde jüdin wie findest du das"... mfg goleshet. |
   
Shimon
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Monday, April 29, 2002 - 08:00 am: |
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shalom ingolf, nun.... dein anliegen kann entsprochen werden. vor ein oder zwei jahren viel mir ein buch - ich bin ein notorischer büchernarr - in die hände, welches genau diese thematik be - und - umschreibt. es ist ein äußerst gelungenes werk, welches - nach meinem dafür halten - nichts offen läßt. beide autoren haben sich eine ungeheure mühe gemacht. aber urteile selbst : verlag : knaur autor/en : esther seidel & walter humolka titel : " nicht durch geburt allein" / übertritt zum judentum mit einem vorwort von pinchas lapide so.... ich hoffe, du siehst nach diesem buch ein bissel klarer. sollten dich dennoch fragen quälen, stehe ich dir gerne rede und antwort ( ich versuche es zumindest ). in diesem sinne..... shalom |
   
Ingolf
New member Username: Ingolf
Post Number: 2 Registered: 05-2002
Rating: N/A Votes: 0 (Vote!) | | Posted on Friday, June 21, 2002 - 01:03 pm: |
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Schalom an Alle, Danke für Eure Antworten. Ich habe leider hagalil nicht richtig bedient, mein Profile war nicht richtig eingestellt und so erhielt ich keine Post und sehe Eure Antworten erst jetzt. In den letzten 2 Monaten ist eine Menge passiert. Das empfohlene Buch und viele andere habe ich gelesen. Den Rabbiner habe ich durcheinander gebracht mit meiner Angst, daß nach der Beschneidung die Brit Milah und Konversion unmöglich geworden sei. Er sagte singemäß: was soll der Quatsch. Mein Status ist nicht einfach zu beschreiben. Ich weiß nicht weiter. Unsere Synagoge hier hat Sommerpause. Selbst meine Gottesdienste sind in Gefahr. Aber ich kann in eine nahegeleg. Stadt fahren, was zum Schabbat aber nicht koscher ist. Trotzdem gut schabbes Ingolf |
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