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Archivieren bis zum 19. März 2000Fischkopf23 03-20-00  12:29 am
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Kath

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Posted on Monday, March 20, 2000 - 05:12 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Fischkopf !

Dass die Formulierung "Kinder statt Inder" total daneben ist, da sind wir uns einig. Dennoch möchte ich Dich bitten einen Slogan oder ein Zitat nicht aus dem Zusammenhang zu reißen. Du läufst Gefahr hier unsachlich zu werden. Denn es geht hier glaube ich nicht um die begrenzte Arbeitserlaubnis für Computerfachleute.
Fakt ist, dass es in Deutschland eine Fremdenfeindlichkeit gibt, die auf einer großen Unzufriedenheit basiert. Aber es gilt diese Unzufriedenheit als Wurzel des Ganzen zu bekämpfen..denn dann hat auch ein "Demagoge" keine Chance mehr...oder siehst Du das anders ?

Ciao KAth
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Koch

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Posted on Monday, March 20, 2000 - 11:21 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Ich gebe dir völlig recht Kath! Mir sind Inder auch lieber als Deutsche Kinder, aber klar!
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Falo

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Posted on Tuesday, March 21, 2000 - 01:18 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Lieber Fischkopf,

...horst mahler, walser, mechtersheimer, die reps, dvu, etc. verbindet ein breiter konsens neonazistischer wertevorstellungen, den man nicht in den texten, sondern zwischen den zeilen finden kann. ...

Zwischen und auch in den Zeilen findet ein Leser oder Zuhörer vor allem sich selbst. Er versteht einen Text im Kontext seiner eigenen Erfahrungen. Wenn Sie “zwischen den Zeilen” bei M. Walser “neonazistische Wertevorstellungen” entdecken, ist das für mich schlicht und einfach nicht nachvollziehbar. Es wäre interessant für mich zu erfahren, was Sie zu einem solchen Urteil veranlasst.

MfG

Valerij
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Sigij

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Posted on Tuesday, March 21, 2000 - 01:48 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Christian!


"horst mahler, walser, mechtersheimer, die reps, dvu, etc. verbindet ein breiter konsens neonazistischer
wertevorstellungen, den man nicht in den texten, sondern zwischen den zeilen finden kann."


In einer immer komplexeren Welt finden Sie sich immer noch prima zurecht. Ich gratuliere zur Kreation dieses Eintopfs.
Aber Spaß beiseite. Ich schrieb im letzten Posting an Sie, dass die Zuordnung eben oft willkürlich erfolgt. Martin Walser zählt sicherlich nicht zu den Lieblingen in diesem Forum, aber wenn er zitiert wird, dann meist unvollständig und die meisten haben vor der Paulskirchenrede nie etwas von ihm gehört.Das gilt übrigens auch für viele seiner Befürworter. Aber Sie sind der erste, der ihn den Neonazis zuordnet. 2. Meines Wissens ist die Verkürzung "Kinder statt Inder" so nicht gefallen, es ist der Versuch "unterhaltsamer Nachrichtenübertragung" durch Spiegel Online gewesen. Rüttgers hat auf die hohe Zahl von inländischen Arbeitslosen (und zwar mit und ohne deutschen Pass), mangelder Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und dem Arbeitskräftemangel hingewiesen. Man muss ihm nicht zustimmen, ich erwarte aber von einbem Bundeskanzler, dass er diese Faktoren vor solch einem solchen Schritt zumindest berücksichtigt. War ihnen nicht komisch, dass neben Marie Luise Beck auch Olaf Henkel jubelte? Wo bleibt ihr Antikapitalismus, oder gibt es den in der Antifa nicht mehr? (Sie müssen auf diese Provokation nicht antworten)

Weiterhin schreiben Sie: "Abgewirtschaftete und korrupte bürgerliche als fundament für den aufstieg eines populisten erscheinen mir als EINE naheliegende antwort für den
aufstieg des jh und seiner vasallen, die sehnsucht nach "sicherheit" und "ruhe" in einer, sich rasend schnell wandelnden welt zu der eine
fundamentale verunsicherung zur sinnhaftigkeit eines nationalstaatsbegriffs gehört, eine andere. jh und die fpö sind deshalb für europa gefährlich,
weil sie ausdruck des rechten zeitgeists sind."

Das ist jetzt wohl der oft zitierte Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Faschismus, aber anders , als ich noch in der Schule von Georgi Dimitroff lernen musste.
Eine Frage: Wie fällt denn Ihre Antwort auf die korrupte Bürgerliche Dekadenz aus? Haben wir da noch etwas anderes zu erwarten als volle Gefängnisse?(bei den vielen Faschisten, die da rumlaufen)

MfG
Sigij
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Fischkopf

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Posted on Tuesday, March 21, 2000 - 06:43 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Sigij,

das war eine nette antwort, ;-) !!!
Wie beschreiben Sie denn die athmosphärische veränderung der letzten jahre? Komplex hin und her, vereinfachungen, weglassen von wichtigem... jaja. Aber keine antwort auf die frage, wie man die wohl auch kaum von Ihnen bezweifelte zunehmend rechte hintergrundmusik im gesamtgesellschaftlichen dauerrauschen beschreiben möchte - Sie werden mir da sicherlich behilflich sein können - aber bitte OHNE Dimitroff?!?
Zum zusammenhang von kapitalismus und faschismus - und dann noch frei nach Dimitroff wollte ich garnix sagen, tschuldigung, eher zum zusammenhang von globalisierungstendenzen, sozialer unsicherheit und (klein-)bürgerlichem reflex. (ich bin wessi, bei mir standen eher der große karl, die habsburger und vielleicht noch ein kleines bißchen weimar auf dem programm, aber sicher keine bösen bolschewisten-kommunisten-realsozialisten...)
Übrigens: ich habe nicht aus walser einen neonazi gemacht, sondern geschrieben, daß er mit seiner moralkeulen-argumentation ins neonazistische weltbild passt und mittlerweile seine größte fangemeinde auch genau da hat!
Über korrupte bürgerliche dekadenz habe ich mir seit ca. 15 jahren keine gedanken mehr gemacht.... aber ich werde Ihre anregung dankend aufgreifen!
Entschuldigung, ich werde noch länger auf gefängnisse in diesem zusammenhang eingehen - als korrupt-dekadent-verbürgerlichter selbstständiger muß ich mich gerade ziemlich intensiv mit der intensivierung der ausbeutung meiner bedauerlicherweise immer noch wenigen angestellten befassen!
freundliche grüße
christian
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Sigij

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Posted on Wednesday, March 22, 2000 - 05:16 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Hallo Christian!


Danke für die schnelle Antwort. Zu Ihrer Frage:

"Wie beschreiben Sie denn die athmosphärische veränderung der letzten jahre?"

Ich könnte jetzt ausweichen und gegenfragen, wieviel Jahre Sie meinen. Zudem bin ich noch nicht alt genug, um mich selbst nicht zu verändern. Rein politisch ging der Zug ja genau in die andere Richtung. Wir haben eine Rot-Grüne Regierung, deren Protagonisten nach 16 Jahren Opposition nun feststellen, wie mühsam dieses Geschäft ist. Aber das ist Ihnen sicherlich auch aus privater und beruflicher Ebene bekannt: Es lässt sich solange klug schwätzen, bis man in der Verantwortung steht für andere. Hier geht es konkret nicht mehr darum, die Welt zu verändern, sondern dem Wählerauftrag durch das Souverän, das oft geschmähte Volk, sowohl das der Stammtische als auch der Galeriekaffees, des Provinzkaffs und der Boheme, mit all seinen Vorlieben und Phobien,....
zu erfüllen. Da muss man sich dann mitunter auch gegen Medien und Parteibasis behaupten. Nun sind ja in den letzten Jahren oft Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit dieses Souveräns geäussert worden worden. Gerne wird dann auf die Sicherheitsarchitekturen verwiesen, die NATO-to keep the Germans down usw. Nun kann das ja auch mal nach hinten losgehen, dann heisst es The Germans to the Front, wie vor etwa einem Jahr geschehen. Aber im Prinzip birgt so eine Wahlentscheidung immer Risiken mit sich, da sind wir uns einig. Demokratie als die zweitschlechteste Lösung...
Der sogenannte Rechtsruck, und die Hinwendung vieler Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens zu Positionen, die man vor Jahren nur Rechtsextremen zubilligte, hat in Deutschland anders als in anderen westeuropäischen Ländern nicht zu einem nennenswerten Erfolg rechtsextremer Parteien geführt. Man könnte meinen, das Souverän fühlt sich ernstgenommen und verzichtet auf Demagogen.
Die Schwäche der Linken nach dem Wiedervereinigungsschock trug ebenfalls zu einer "atmosphärische Veränderung" bei. Dazu können sie aber bestimmt mehr sagen.

Von der Dimitroff- Faschismus-Definition, die sooft gebraucht wie auch falsch ist, hat sich die Linke ja offensichtlich verabschiedet.

"-offenste terroristischste und chauvinistischste herrschaft des Finanzkapitals"

Heute tingelt ein Jürgen Elsässer durch ganz Deutschland und enttarnt die DVU als Deutsche Arbeiterpartei und fordert Sanktionen gegen die ostdeutschen Bauarbeiter, weil er da die braunste Klientel vermutet. Soweit zum Geisteszustand der Linken nach der "atmosspärischen Veränderung". Ich würde diesem Herrn inzwischen eine gewisse Meinungsführerschaft unterstellen.

"Übrigens: ich habe nicht aus walser einen neonazi gemacht, sondern geschrieben, daß er mit seiner moralkeulen-argumentation ins neonazistische
weltbild passt und mittlerweile seine größte fangemeinde auch genau da hat! "

Sie sind offenbar einer der gewissenhaften Menschen, die bei jedem Wort darauf achten, wer ihnen applaudiert. Ehrlich, die Geduld hätte ich nicht, ich käme mir auch ein bisschen fremdbestimmt vor.

Übrigens fand ich die Westdeutschen Geschichtsbücher weitgehend informativer als die, die uns zugeteilt wurden, ich kann die Klage über zuviel Hofberichterstattung nicht teilen.


"Entschuldigung, ich werde noch länger auf gefängnisse in diesem zusammenhang eingehen - als korrupt-dekadent-verbürgerlichter selbstständiger
muß ich mich gerade ziemlich intensiv mit der intensivierung der ausbeutung meiner bedauerlicherweise immer noch wenigen angestellten befassen!
freundliche grüße "


Das machen Sie mal schön, sonst geht es Ihnen wie dem armen Robert Owen.

Mit freundlichen Grüßen

Sigij
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dani

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Posted on Monday, September 18, 2000 - 12:26 am:   Edit Post Delete Post View Post/Check IP Print Post    Move Post (Moderator/Admin Only)

Inzwischen sollen die Sanktionen aufgehoben werden und AM Fischer zeigt sich besorgt über die Entwicklung in Österreich.
Wie schnell sich die Beziehungen Österreichs zu der Europäischen Union, USA und Israel normalisierten, werde sehr stark davon abhängen, wie sich die Freiheitliche Partei Jörg Haiders verhalte, sagte Fischer am Freitag in New York.

Fischer nahm eine Einladung an, bei der Hauptversammlung des AJC im Mai 2001 zu sprechen. Er hatte bereits in der vergangenen Woche eine Rede auf einer Benefiz-Veranstaltung gehalten, bei der auch US-Präsident Bill Clinton anwesend war, der ihm anschließend vom Podium aus zu seinen Worten gratulierte.

Der Außenminister verwies auf Meldungen, wonach die FPÖ den bevorstehenden Wahlkampf in Wien mit Ausländer diskriminierenden Aussagen führen wolle. «Wir sind da noch lange nicht am Ende», sagte er voraus. Die Repräsentanten der jüdischen Organisationen hätten den Entschluss der EU, die Sanktionen aufzuheben, zwar nicht kritisiert, sagte Fischer. «Aber es gab auch keine Zustimmung.» Sie hätten sich ebenfalls «sehr besorgt» gezeigt und die Erwartung geäußert, dass die politische Auseinandersetzung mit der rechtsgerichteten FPÖ weitergehe.

Zuversicht hätten die jüdischen Verteter hinsichtlich der Bekämpfung des aktuellen Rechtsradikalismus in Deutschland gezeigt, meinte Fischer, er habe aber klar gemacht, dass es lange dauern werde, bis der Rechtsextremismus auch in den Köpfen zum Schweigen gebracht worden sei.